Pawpaw oder Papau - exotische Frucht mit Potenzial

Die Indianerbanane ist schmackhaft und gewinnt immer mehr Freunde

Die Indianerbanane (Asimina triloba) hat weder optisch noch biologisch mit unseren Obstbananen zu tun. So exotisch, wie der Name es verspricht, schmeckt sie auch. Ein tropischer Fruchtcocktail in einem einzigen Nahrungsmittel: eine Mischung der Aromen von Mango, Banane, Melone, Ananas, Avocado, Vanille und ein wenig Apfel. Im östlichen und mittleren Nordamerika ist die Indianerbanane zuhause, doch die Grenzen hat die Pflanze längst überschritten. Immer öfter wächst der Einwanderer auch in Europa.

Die nordamerikanischen Indianer nennen die Frucht Pawpaw. In Deutschland wird die Pflanze als Indianerbanane, Pawpaw oder Papau bezeichnet. Sie gehört zur Gattung der Rahmapfelgewächse (Annonaceae)

Die Pflanze

Der pyramidenförmige Baum wird zwischen drei und fünf Meter hoch. Steht er frei, wächst er aufrecht und oft mehrstämmig. Pawpaw besitzt eine lange, dicke Pfahlwurzel. Die leicht behaarten Blätter sind zwischen 20 und 30 Zentimeter lang und acht bis 15 Zentimeter breit. Die großen Laubblätter verfärben sich im Herbst goldgelb, sodass der dekorative Buschbaum über das ganze Jahr hinweg sowohl als Zierpflanze als auch als Obstgehölz attraktiv aussieht. 

Die Papau wächst in gemäßigten Klimazonen überall dort, wo sich beispielsweise auch Pfirsiche und Aprikosen anbauen lassen. Der Baum liebt die Sonne und einen feuchten, wasserdurchlässigen Boden. Auf trockenen Böden muss bewässert werden. Als Solitärpflanze kann die Indianerbanane, die winterhart und sehr schädlingsresistent ist, bis zu zehn Meter hoch werden. Im Obstbau bevorzugen Landwirte niedrige Bäume von bis zu vier Metern. Solche Pflanzen eignen sich auch für die Bepflanzung im Kübel auf Balkon und Terrasse. Dort müssen die Wurzeln allerdings vor Frost geschützt werden. 

Nach dem Pflanzen ist Geduld gefragt. Die Indianerbanane wächst pro Jahr nur um 30 Zentimeter. Die ersten purpurroten, einhäusigen Blüten stellen sich nach drei Jahren ein. Die Blütezeit beginnt etwa Mitte Mai. Die Blüte enthält mehrere Fruchtknoten. Von Natur aus ist die Pflanze auf Fremdbefruchtung angewiesen. Allerdings kommen die Insekten, die das in Nordamerika leisten, in Europa nicht vor, und der faulige Geruch der hübschen Blüten scheint für deutsche Hummeln und Bienen nicht besonders attraktiv zu sein. Deshalb raten Experten dazu, selbstbefruchtende Sorten zu pflanzen. 

Die Frucht – reich an Geschmack und Nährstoffen

Die Erntezeit liegt ähnlich wie bei Wein im Herbst, von Ende September bis Mitte Oktober. Sobald die Schale sich gelbgrün verfärbt, sind die Früchte erntereif. Sie sind dann bis zu zehn Zentimeter lang und haben einen Durchmesser von etwa drei bis fünf Zentimetern. Das Gewicht schwankt zwischen 50 und 300 Gramm. Die Früchte, die Papayas ähnlich sehen, müssen sehr vorsichtig vom Baum geholt werden. Die dünne Haut ist empfindlich und neigt zu Druckstellen und Verletzungen. Das Fruchtfleisch, in dem zahlreiche etwa zweieinhalb Zentimeter lange Kerne eingebettet sind, ist cremeweiß bis gelblich. Der Geschmack ist süß und fruchtig. Indianerbananen sind reich an Aminosäuren und weisen sogar einen höheren Vitamin C-Gehalt als der Apfel auf. Auch der Nährwert ist hoch: 80 Kilokalorien pro 100 Gramm Fruchtfleisch.