Bräuche rund ums Osterfest

Von Eiern, Lamm, Feuer und Co.

Warum bringt ein Hase bunte Eier? Warum steht Lammfleisch auf der Ostertafel? Und warum entzündet man ein Osterfeuer? An Ostern pflegen wir vielfältige, jahrhundertealte Traditionen und wissen dabei oft nicht, was eigentlich dahinter steckt. Einige der Bräuche haben ihren Ursprung in der Landwirtschaft oder sind eng mit ihr verbunden.

Bauernregeln: Karfreitag Sonnenschein, bringt uns reiche Ernte ein.

Dies ist nur eine von vielen Bauernregeln zum Osterfest. Weitere Beispiele sind: „Wind, der an Ostern weht, noch vierzehn Tage steht“ oder „Wenn's im Februar nicht schneit, schneit es in der Osterzeit“. Die seit Generationen von Bauern überlieferten Wetterregeln treffen allerdings oft nicht zu, sind statistisch nicht bestätigt und widersprechen sich sogar teilweise. Das liegt zum einen daran, dass die Osterfeiertage beweglich sind – das wichtigste christliche Fest wird jedes Jahr unterschiedlich zwischen dem 22. März und dem 25. April zelebriert. Zum anderen beruhen die Bauernregeln auf den Erfahrungen aus verschiedenen Wetter- und Klimazonen und können daher nicht allgemeingültig sein.

Das Lamm: Fester Bestandteil der Ostertafel

In vielen Familien kommt zu Ostern traditionell Lammfleisch oder Gebäck in Lammform auf den Tisch. Das Fleisch stammt von Tieren, die nicht älter als ein Jahr sind. Zum Zeitpunkt des Osterfestes nehmen sie bereits frisches Gras zu sich. Das sorgt für würziges Fleisch, das nicht so streng wie Schaf oder Hammel schmeckt.

Ursprünglich stammt das Osterlamm aus dem Ritual der Juden, zum Passahfest ein Lamm zu schlachten und zu verspeisen. Im christlichen Altertum legte man Lammfleisch unter den Altar. Es wurde geweiht und am Auferstehungstag als erste Speise verzehrt. Das Lamm ist symbolisch zum Lamm Gottes geworden. Es symbolisiert die Unschuld Christi.

Die Ostereier: Bemalt, versteckt und gesucht

Im Christentum und auch in anderen Religionen gilt das Ei als Symbol für die Entstehung neuen Lebens und für die Auferstehung. Das Färben von Eiern für Ostern wurde erstmals im frühen 13. Jahrhundert dokumentiert. Damals durften die Christen in der Karwoche keine Eier essen. Die Eier wurden gesammelt und verziert, um am Ostersonntag geweiht und feierlich verspeist zu werden. Daraus entstanden die unterschiedlichsten Dekorationsarten, die bis heute regionale Besonderheiten aufweisen. In der schwäbischen Gemeinde Sonnebühl existiert sogar ein Osterei-Museum, das über 1000 unterschiedlich dekorierte Eier ausstellt.

Der Osterhase: Ein fruchtbarer Frühlingsbote

Der Hase ist – wie das Ei – ein Symbol für die Fruchtbarkeit und die Entstehung des Lebens. Eine Häsin kann jährlich bis zu 20 Junge auf die Welt bringen. Zudem gilt der Hase als Frühlingsbote und Ostern ist das Fest des Frühlings. Der Osterhasenbrauch entstand erst vor 300 Jahren. Generell setzte sich der Glaube an den Osterhasen – der Eier bemalt und versteckt – aber erst im 19. Jahrhundert durch. Die Stadtkinder waren leichter zu überzeugen als die Kinder auf dem Land, die sich besser mit Hasen auskannten.

Übrigens: Früher galt der Gründonnerstag als Abgabe- und Zinstermin für Schuldner an die Gläubiger. Es ist überliefert, dass die Gläubiger üblicherweise in Eiern oder Hasen bezahlt wurden. Ein möglicher Hinweis, warum der Hase die Eier bringt.

Das Osterfeuer: Das Licht der Welt

Osterfeuer sind möglichst hoch aufgetürmte Holzstöße aus Baum- und Strauchschnitt, die auf Feldern oder auf dem Kamm eines Bergs weit sichtbar sind. Je nach Region brennen sie am Karsamstag oder am Ostersonntag und symbolisieren die Wiedergeburt Jesus Christus. An gesegneten Osterfeuern wird die Osterkerze entfacht und dann in einer feierlichen Prozession in die dunkle Kirche getragen.

Auch ein heidnischer Brauch aus dem Mittelalter steckt hinter den großen Feuern: Die Flammen sollen den Winter verabschieden, den Frühling begrüßen und die Saat vor bösen Geistern schützen. Früher wurde die Asche auf den Feldern verstreut, um diese für die kommende Saison fruchtbar zu machen. Die Bauern achteten sehr darauf, dass die Asche des Osterfeuers auf ihren Äckern und Weiden landete.

Das Osterreiten: Prozessionen per Pferd

Das Osterreiten oder auch Kreuzrittreiten findet meist am Ostersonntag statt. Traditionell reiten mit Frack und Zylinder gekleidete Männer auf geschmückten Pferden an den Feldern entlang bis in den Nachbarort oder die benachbarte Gemeinde und verkünden auf ihrem Weg die Auferstehung Jesus Christus. Zuerst reiten in der Regel Träger mit Fahnen, einem Kreuz und einer Christusstatue. Entlang der Strecke versammeln sich viele Zuschauer. Heute findet dieser Brauch noch in vielen katholischen Gegenden statt, beispielsweise in der Oberlausitz, in Altbayern und Franken, in Oberschlesien, Nordböhmen und Mähren. Ursprünglich ging man davon aus, dass das „Umreiten“ der Felder im Frühjahr die Saat und die Ernte vor Schaden bewahren würde.

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