Aus Kanistern werden Kabelschutzrohre

Landwirte und Gärtner entsorgen Pflanzenschutzverpackungen mit PAMIRA

Achim Siepen ist Landwirt aus Nörvenich bei Düren. Er baut Getreide, Zuckerrüben, Raps und Mais an und setzt Pflanzenschutzmittel ein, um seine Kulturen gezielt vor Schaderregern zu schützen. Die Entsorgung der leeren Verpackungen ist für ihn kein Problem. Er beteiligt sich regelmäßig an der freiwilligen Rücknahmeaktion PAMIRA, die von der deutschen Pflanzenschutzindustrie und vom Handel angeboten wird.

2014 wurden an bundesweit 339 Sammelstellen insgesamt 3035 Tonnen Verpackungsmaterial zurückgegeben. Wann haben Sie zuletzt PAMIRA in Anspruch genommen?

Ende August war ich mit Traktor und Anhänger bei der Sammelstelle in Derkum in der Nähe von Euskirchen. Dort habe ich rund 1,5 Kubikmeter Kanister abgegeben. Diese Menge hat sich im Laufe des letzten Jahres bei mir und einem weiteren landwirtschaftlichen Betrieb, mit dem ich zusammenarbeite, angesammelt. Die Rückgabe der Kanister läuft problemlos ab. Allerdings wäre es vorteilhaft, wenn sich alle Sammelcontainer seitlich öffnen ließen, damit die Behälter ebenerdig umgeladen werden könnten. Ansonsten müssen die Kanister über die hohen Wände in den Sammelcontainer geworfen werden. In diesem Jahr habe ich ausschließlich Kunststoffkanister zurückgegeben. Verpackungen mit Metallanteilen oder aus Papier oder Pappe werden aber auch zurückgenommen, solange sie mit dem PAMIRA-Logo versehen sind. Die Sammelaktion wird jeweils einmal jährlich an verschiedenen Stellen hier in der Region angeboten und ist freiwillig.

Was ist der Sinn der Initiative?

Mit PAMIRA wollen Industrie und Handel sicherstellen, dass Verpackungen ausschließlich kontrolliert entsorgt werden. Nach meinem Kenntnisstand wird ein Teil thermisch verwertet, der Großteil des Kunststoffs aber recycelt und zu Kabelschutzrohren verarbeitet.

Was halten Sie persönlich von PAMIRA?

Ich finde die Initiative sehr gut, denn sie bringt viele Vorteile mit sich. Deswegen beteilige ich mich bereits seit vielen Jahren daran. Vor allem bin ich sicher, dass die Verpackungen von Spezialisten vorschriftsmäßig entsorgt werden. Dafür nehme ich gerne die 25 Kilometer lange Anfahrt zur Sammelstelle in Kauf. Als Landwirt zeige ich damit, dass ich nicht nur verantwortungsvoll mit Pflanzenschutzmitteln umgehe, sondern mich ebenso gewissenhaft um die Verpackungen kümmere. Das Personal an den Sammelstellen nimmt ausschließlich Kanister entgegen, die gut gespült und trocken sind. Wir Landwirte werden dadurch noch stärker für den sorgsamen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sensibilisiert.

Wie säubern Sie die Kanister und was passiert mit dem Spülwasser? 

An der Einspülschleuse meines Pflanzenschutzgerätes befindet sich eine Düse, mit der ich die Verpackungen von innen reinige. Das Spülwasser läuft von der Schleuse in den Spritztank, in dem sich die zuvor angesetzte Mischung aus Wasser und Pflanzenschutzmittel befindet. Alles zusammen bringe ich anschließend auf dem Acker aus. Meistens lassen sich die Verpackungen problemlos säubern, aber leider gibt es noch einige Kanisterformen, die nur mit viel Zeitaufwand zu reinigen und zu entleeren sind.

Was machen Sie, wenn nach der Saison Pflanzenschutzmittelreste in Kanistern übrig bleiben?

Das passiert ab und zu. Nämlich immer dann, wenn die benötigte Menge an Pflanzenschutzmitteln nicht mit der Gebindegröße übereinstimmt. Im Normalfall kann ich Restmengen bei richtiger Lagerung im nächsten Jahr einsetzen. Mittel, die im Folgejahr aber zum Beispiel wegen einer ausgelaufenen Zulassung nicht mehr eingesetzt werden dürfen, müssen entsorgt werden. Dafür gibt es seit 2013 das Rücknahmesystem PRE der Pflanzenschutzindustrie. Das umfasst neben Pflanzenschutzmitteln auch sonstige Chemikalien, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. An den PAMIRA-Sammelstellen kann ich gegebenenfalls Bedarf anmelden. Vor 2013 habe ich die Restmengen beim Schadstoffmobil abgegeben.

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