Am 5. Dezember ist Weltbodentag

Aufmerksamkeit für die schutzbedürftige Haut der Erde

Eine der wichtigsten Lebensgrundlagen für Mensch und Tier ist – neben Wasser und Luft – der Boden. Er zählt zu den begrenzten Ressourcen und muss nachhaltig genutzt und geschützt werden. Die Internationale Bodenkundliche Union (IUSS) hat den 5. Dezember zum Weltbodentag erklärt. Der Aktionstag soll die Bedeutung der Böden und ihre Schutzwürdigkeit stärker im Bewusstsein der Menschen verankern.

Am Weltbodentag wird auch der Boden des Jahres für das folgende Jahr ausgerufen. In der Regel eine besonders interessante oder gefährdete Bodenart. Boden des Jahres 2013 ist der Plaggenesch. Ein Faltblatt stellt den Boden des Jahres vor und informiert über Eigenschaften, Entstehung, Bedeutung für den Menschen, Verbreitung und Gefährdung des jeweiligen Bodentyps. Die Aktion „Boden des Jahres“ wird in einem zweiten Faltblatt vorgestellt, das Wissenswertes über Böden kurz und leicht verständlich zusammenfasst. Alle Materialien sind über den Bundesverband Boden und die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft zu beziehen. Eine zentrale zweitägige Veranstaltung zum Weltbodentag findet in diesem Jahr in Berlin statt. Sie bietet Vorträge rund um die Themen Bodenschutz und -Verwertung, Boden und Archäologie, Ernährungssicherheit, Landraub und Bodenknappheit. 

Boden des Jahres 2012: das Niedermoor

Niedermoore entstehen meist in Niederungen durch Grundwassereinfluss oder an Flüssen und Seen. Sie sind dunkelbraun bis schwarz und enthalten über 30 Prozent Torf, der aus abgestorbenen Wurzeln, Ästen, Blättern, Schilf und Moosen entsteht. Niedermoore sind ökologisch besonders wertvoll: Sie speichern bis zu 2000 Tonnen Kohlenstoff je Hektar und sind damit unter den Böden weltweit die leistungsfähigsten Kohlenstoffspeicher. Außerdem bieten sie Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen. An ihrer Zusammensetzung lassen sich frühere Vegetations- und Klimaverhältnisse ablesen. Weil sie so selten sind, stehen Niedermoore in Deutschland heute unter Naturschutz. In vielen Ländern werden die Moore – wie früher auch bei uns – auch heute noch entwässert, um Ackerland zu gewinnen. Dabei gelangt Sauerstoff in den Boden, und Kohlendioxid wird freigesetzt. Dann wird die Kohlenstoffsenke zur Kohlenstoffquelle. Um die intakten Moore zu schützen und zu erhalten, bedarf es ausgefeilter Entwicklungsstrategien.

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