Pflanzenschutz in der Schule

02.02.2012 Schule & Wissen

Informationsserie im Praxistest: Geeignet, um Unterricht und Exkursionen vorzubereiten und Lehrer auszubilden

Ist Pflanzenschutz ein Thema für den Unterricht? „Ja“ ist die Meinung von Irina Roczen, Lehrerin am Friedrich-Spee-Gymnasium in Trier. Als lehrbeauftragte Fachleiterin für Erdkunde am Staatlichen Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien in Trier hat sie die Informationsserie Pflanzenschutz mit dem Titel „Die Pflanzen schützen, den Menschen nützen“ zugrundegelegt und zusammen mit ihren Referendaren intensiv getestet. Das Unterrichtsmaterial wurde 2010 vom Fonds der Chemischen Industrie und dem Industrieverband Agrar e. V. herausgegeben.

Frau Roczen, wieso beschäftigen Sie sich mit dem Thema „Pflanzenschutz“?

Landwirtschaft ist in den Lehrplänen von Gymnasien und anderen Schulformen fest verankert. Dabei sind die verschiedenen Formen des Pflanzenschutzes ein wichtiger Aspekt. Das Thema wird in der Öffentlichkeit häufig diskutiert, deswegen bearbeite ich es mit meinen Schülern und Referendaren. Auf die Informationsserie bin ich bei der Vorbereitung einer Referendarexkursion gestoßen. Sie hat uns dabei gute Dienste geleistet. Wir haben einen landwirtschaftlichen Gemischt- und einen Obstbaubetrieb besucht.   

Wie ist die Informationsserie aufgebaut?

Das zentrale Element ist das Textheft. Darin wird ein Überblick vermittelt: Von den mühsamen Anfängen des Ackerbaus und den vielfältigen Bedrohungen durch Schadorganismen bis hin zum Forschungs- und Entwicklungsaufwand, der erforderlich ist, bevor ein neues Pflanzenschutzmittel zugelassen wird. Dem Textheft beigefügt ist eine CD-ROM, die Vorschläge für Schülerarbeitsblätter und -versuche beinhaltet. Sie enthält zudem die Grafiken und Abbildungen des Texthefts als PowerPoint-Dateien. Das Textheft kann bestellt oder von der IVA-Internetseite heruntergeladen werden.

Das Textheft und alle didaktischen Materialien (Grafiken, Arbeitsblätter, Versuche) können beim Fonds der Chemischen Industrie unter Publikationen heruntergeladen werden.

Wie haben Sie damit gearbeitet?

Mit dem Textheft haben wir uns zunächst das Basiswissen in kompakter Form angeeignet. Einzelne Themen konnten wir dann mit Arbeitsblättern und Versuchen vertiefen. Die Exkursion bot die Gelegenheit zum Praxistest: Wie realitätsnah ist das Lehrmaterial? Im Anschluss hat jeder Referendar die Informationsserie anhand verschiedener Kriterien bewertet.  

Wie ist das Urteil ausgefallen?

Unserer Meinung nach ist die Publikation sehr gut geeignet, um damit als Lehrer oder Referendar Unterrichtsinhalte oder Exkursionen vorzubereiten. Die ansprechend gestalteten Grafiken und Arbeitsblätter sind ideal im Unterricht einsetzbar, weil sie auf der beiliegenden CD in Farbe und in Schwarz-Weiß hinterlegt sind. „Die Lehrer-Info“-Boxen geben einen schnellen Überblick über die Materialien, die zu dem betreffenden Thema kombiniert werden können. Die „Hinweis“-Kästen bieten nützliche Zusatzinformationen zu den Fachtexten. Durch die klare Struktur, die ansprechende Gestaltung und die passende Bebilderung macht es Spaß, mit der Informationsserie zu arbeiten. Hilfreich ist auch die Linkliste „Weiter im Web“.  

 Für welche Fächer und Schulformen ist die Informationsserie geeignet?

Schwerpunktmäßig ist die Publikation in den Fächern Erdkunde, Biologie und Chemie einsetzbar. Je nach Thema aber auch in Politik und Sozialkunde. Denn Aspekte wie die Ernährung der Weltbevölkerung oder Zulassungsfragen auf EU-Ebene betreffen eher diese Fächer. Für das Gymnasium ist die Informationsserie sehr gut geeignet. Durch die große Auswahl an Themen und die Möglichkeit die Inhalte zielgruppengerecht anzupassen, kann sie in der Sekundarstufe I und II sowie in anderen Schulformen wie Realschulen oder Gemeinschaftsschulen genutzt werden.  

Welche Aspekte fanden Sie besonders spannend?

Spontan fallen mit die Erläuterungen zum Apfelwicklerzyklus ein. Der Apfelwickler ist ein bedeutender Schädling im Apfelanbau. Bei unserer Exkursion zum Obstbaubetrieb haben wir genau darüber mit dem Betriebsleiter diskutiert. Er hat uns  gezeigt, wie er mit Verfahren des Integrierten Pflanzenschutzes die Ernte sichert. Die Referendare und ich fanden es sehr wichtig, dass wir uns ein differenzierteres Bild über Pflanzenschutz machen konnten. Ein Referendar schrieb in seiner Bewertung: „Schüler sollten lernen, dass chemische Mittel in der Landwirtschaft nicht gleich etwas Negatives sind.“ Durch unsere intensive Auseinandersetzung mit dem Thema, sind uns die Zusammenhänge zwischen den wirtschaftlichen Anforderungen in der Landwirtschaft, den Wünschen der Verbraucher nach hochwertigen und bezahlbaren Lebensmitteln und den Anforderungen der Umwelt bewusst geworden. Auch, dass jeder Einzelne von uns Verantwortung dafür trägt.   

Was ist Ihnen sonst noch aufgefallen?

Die Versuche sind stark auf den Chemieunterricht zugeschnitten. Sie erfordern schon ein gewisses Maß an Vorwissen, auch wenn sie detailliert beschrieben werden. Das Glossar mit Fachbegriffen im Anhang könnte etwas ausführlicher sein. Aber die Publikation kann ja keine „eierlegende Wollmilchsau“ sein. Sie soll den Schülern einen Überblick über das Thema Pflanzenschutz und Welternährung ermöglichen und das schafft sie ganz hervorragend. 

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