Hirsen machen sich im Mais immer breiter

22.04.2014 Schule & Wissen

Die Pflanze mit enormem Vermehrungspotenzial war vor 25 Jahren noch nahezu unbekannt

Mit dem Biogasboom hat sich der Maisanbau in Deutschland kräftig ausgedehnt. Damit nehmen aber auch Borsten-, Faden- und Hühnerhirsen zu. Diese Ungräser setzen der Energiepflanze kräftig zu, indem sie ihr Wasser, Nährstoffe und Licht wegnehmen. Gegenwärtig lässt sich das vielfältige Artenspektrum nur mit wenigen Wirkstoffen umfassend bekämpfen.

Subtropenpflanze auf dem Weg nach Norden

Hatten die verschiedenen Hirsearten vor 25 Jahren allenfalls eine regionale Bedeutung, so sind sie mittlerweile in allen deutschen Anbaugebieten zum Teil bereits zahlreich vertreten. Die ursprünglich in den Subtropen beheimatete Pflanze wurde nach Europa eingeschleppt und verbreitet sich nun über Maissaatgut, Futtermittelhandel und Erntemaschinen. Wenn Mais häufig auf derselben Fläche angebaut wird, fördert das ihre Ausbreitung ebenso wie steigende Temperaturen. Wenn die Hirsen einmal Fuß gefasst haben, werden die Anbauer sie kaum wieder los. Das liegt unter anderem an ihrem gewaltigen Vermehrungspotenzial: Eine Pflanze kann zwischen 100 und 40 000 Samen produzieren, die im Boden drei bis über 40 Jahre keimfähig bleiben. Wenn ein Pflanzenschutzmittel 95 Prozent der Hirsepflanzen ausschaltet – was bei anderen Unkräutern häufig reicht – ist das in diesem Fall zu wenig. Einige Hirsearten vermehren sich trotzdem kräftig weiter. Das große Anpassungsvermögen der Pflanze an den Standort verschärft die Situation noch. 

Sorgfältige Bekämpfung entscheidet über Wirtschaftlichkeit

Gerade Mais ist wegen seiner langsamen Jugendentwicklung anfällig für Unkrauthirsen. Die Anbauer tun gut daran, ihre Flächen im Blick zu behalten. Je nach Hirseart und Keimtermin müssen sie passende Pflanzenschutzmittel auswählen und den Einsatz planen. Ideal sind Mittel mit einem flexiblen Einsatztermin, langer Dauerwirkung und satrker Blattwirkung, besonders bei trockenen Bodenverhältnissen.

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