Was Pelargonien im Winter zu schaffen macht

07.01.2016 Haus & Garten

Pflanzen nicht aus dem Auge verlieren

Pelargonien, im Volksmund auch Geranien genannt, sind beliebte Pflanzen zur Gestaltung von Balkonkästen oder Blumenkübeln auf der Terrasse. Hierzu werden hauptsächlich die vielfältigen Sorten der stehenden Pelargonie (Pelargonium zonale) und der hängenden Efeupelargonien (Pelargonium peltatum) verwendet. Wenn die Beet- und Balkonpflanzensaison vorbei ist, überwintern viele Pflanzenfreunde ihre Schmuckstücke. Vor dem Einräumen der Pflanzen sind diese auf möglichen Krankheits- oder Schädlingsbefall zu kontrollieren, damit dieser noch vor dem Überwintern beseitigt werden kann. Im Winterquartier können sich sonst Pelargonienrost, Grauschimmel und Blattläuse ausbreiten, daher sollten wir in dieser Zeit die Pflanzen nicht aus dem Auge verlieren.

Pelargonienrost zerstört die Blätter

Diese Krankheit befällt ausschließlich Zonal-Pelargonien. Die Efeupelargonie und Edelpelargonie (Englische Pelargonie) werden von diesem Rost-Erreger nicht befallen. Auf der Blattoberseite erscheinen zahlreiche bleiche, blassgelbe Flecken von 0,5 mm Größe, die leicht übersehen werden. Sie verfärben sich bald gelb und erreichen eine Größe von 6 bis 8 Millimetern. An diesen Stellen brechen im weiteren Krankheitsverlauf auf der Blattunterseite braune, stäubende Sporenlager hervor, die in konzentrischen Ringen erscheinen. Die optimalen Infektionstemperaturen für den Pilz liegen zwischen 11 und 17 °C. Hohe Temperaturen werden von ihm weniger gut vertragen. Temperaturen über 30 °C verzögern sogar das Keimen der Sporen. Bei starkem Befall fließen die Flecke ineinander, und das führt schließlich zum Vergilben, Vertrocknen und Abfallen der Blätter. Die Infektionen können auch am Stängel beobachtet werden. Starker Befall führt nicht selten zum Absterben der ganzen Pflanze, insbesondere wenn schon Stecklinge oder Jungpflanzen infiziert werden. Auch während des Überwinterns der Pflanzen muss mit einer Ausbreitung des Befalls gerechnet werden. Bei beginnendem Auftreten lohnt es sich, konsequent alle Blätter rechtzeitig bei Sichtbarwerden der ersten Aufhellungen blattoberseits abzupflücken und zu vernichten. Bei weiter sich ausdehnendem Befall wird der Einsatz eines der zahlreichen gegen Rostpilze an Zierpflanzen zugelassenen Präparate unumgänglich.

Grauschimmel an allen Pflanzenteilen möglich

Bei trüber, feuchtkühler Witterung und insbesondere in engen Pflanzenbeständen, die zudem noch eine Stickstoff-betonte Düngung erhalten haben, sind häufig an verschiedenen Pflanzenteilen fahlgrüne bis graubraune, gelegentlich glasig-feuchte Faulstellen mit einem grauen stäubenden Pilzbelag zu beobachten. Es handelt sich dann um die durch den pilzlichen Erreger Botrytis cinerea verursachte Grauschimmelfäule. Der Erreger ist weit verbreitet und kann bei einer Vielzahl an Pflanzenarten auftreten. In der Literatur werden mehr als 255 Wirtspflanzenarten angegeben. Bei Pelargonien breiten sich die graubraunen Faulstellen beginnend am Rande der Blätter schnell aus und gehen auch auf Stängel und Blüten über, die dann absterben. Besonders gefährdet sind Pflanzen, die durch ungünstige Witterungs- oder Kulturbedingungen geschwächt sind. Deshalb wird der Grauschimmel auch als Schwächeparasit bezeichnet. Der Erreger siedelt sich meist zuerst auf absterbenden und abgestorbenen Pflanzenteilen an und geht dann auf benachbartes noch lebendes Pflanzengewebe über. Der graubraune Schimmelrasen besteht aus Konidienträgern, die zahlreiche Konidien in die Luft entlassen. Sie werden durch die Luftbewegung, mit Wasserspritzern oder bei Kulturarbeiten verbreitet. Der Pilz kann die Pflanzen infizieren, wenn für die Sporen Wasser in Form von Regen-, Tau- oder Gießwassertropfen vorhanden ist. Es wird angegeben, dass der Pilz in einem Temperaturbereich von fünf bis 35 °C wächst, wobei sogar Wachstum an der Null-Grad-Grenze beobachtet wurde. Auf einen Grauschimmelbefall ist vor allem während des Überwinterns zu achten. Hier bestehen in den geschlossenen Räumen oft günstige Infektionsbedingungen. Deshalb muss durch regelmäßiges Lüften und Ausputzen der Pflanzen dafür gesorgt werden, dass keine abgestorbenen Pflanzenteile und hohe Luftfeuchte bei niedrigen Temperaturen sowie geringe Luftbewegung den pilzlichen Erreger begünstigen. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen,kann auch ein Einsatz von zugelassenen Fungiziden nötig werden.

Blattläuse

Besonders im Winterquartier kann es zu einem Befall mit meist grünlichen Blattläusen verschiedener Arten kommen. Sie sind am Stängel und den Blättern der Triebspitzen zu finden. Durch die Saugtätigkeit der Tiere verkrüppeln die Blätter und Triebe, die auch gestaucht sind. Eine starke Vermehrung der Läuse ist bei hohen Überwinterungstemperaturen zu erwarten. Diese sollten nicht über 6 bis 8 °C liegen. Besonderes Augenmerk muss auf den frischen Austrieb gelegt werden, der nach dem Rückschnitt der Pflanzen im Nachwinter entsteht. Hier kann das Wachstum der für die neue Saison gewünschten Triebe erheblich gestört werden.

Im nahenden Frühling (Februar/März), wenn die Pflanzen wieder etwas wärmer stehen können, muss der Neutrieb bei zunehmendem Blattlausbefall durch entsprechende Insektizidbehandlungen frei gehalten werden, damit sich die Pflanzen ungestört zum Saisonstart entwickeln können.

Korkwucherungen häufig im Winter

Die Korkwucherungen äußern sich auf den Blättern in grünlichen bis bräunlichen pocken- oder höckerartigen Korkpolstern. Manchmal befinden sich hier auch schwielenartige Wucherungen von unterschiedlicher Gestalt. Solche Schäden können außer an Pelargonien auch an zahlreichen Zimmerpflanzen vorkommen. Die Ursachen sind zu hohe Luftfeuchte, verbunden mit zu großer Bodennässe bei niedrigen Temperaturen und oft dunklem Standort. Die Schäden treten bevorzugt bei Efeupelargonien auf. Die begünstigenden Faktoren für Korkwucherungen sind in den Überwinterungsräumen häufig gegeben.

Um Schäden zu vermeiden, müssen die Pflanzen an einem hellen luftigen Platz überwintert werden. Je niedriger die Temperaturen sind, desto weniger ist zu gießen. Wenn gegossen werden soll, muss das vormittags an hellen sonnigen Tagen erfolgen. Durch häufiges Lüften kann eine übermäßige Luftfeuchte reduziert werden.