Pflanzenschutz bei Zimmerpflanzen

06.12.2012 Haus & Garten

Richtige Anwendung bringt Erfolg mit Sicherheit

Wenn Zimmerpflanzen „trauern“ oder von Schädlingen befallen sind, wollen Pflanzenfreunde schnelle Hilfe. Vor dem (Be-)Handeln steht die Ursachenforschung. Sind Pflanzenschutzmittel vonnöten, führt nur die sorgsame und richtige Anwendung zum Erfolg. Unsachgemäße Handhabung kann dagegen unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Worauf sollte man achten?

Wenn die Pflanzen schlecht aussehen, ist zuerst Ursachenforschung gefragt. Stimmen die Standortbedingungen, zum Beispiel die Licht- und Temperaturverhältnisse: Steht die Pflanze zu hell oder zu dunkel, zu warm oder zu kalt? Wie ist es mit der Nährstoffversorgung? Wann wurde zum letzten Mal gedüngt? Zu viel oder zu wenig? Passt die Versorgung mit Feuchtigkeit? Ist etwa Staunässe der Übeltäter? Sind Pflegefehler unterlaufen? Hier sollte man ansetzen. Bringen Korrekturen bei Standort oder Pflege keinen Erfolg oder zeigen sich Schaderreger, können zugelassene Pflanzenschutzmittel helfen. 

Gebrauchsanleitung immer aufmerksam lesen!

Nachdem die Pflanzenschutzberatung bei der Auswahl des geeignetsten Mittels geholfen hat, gilt es, dieses richtig einzusetzen. Wichtig: Pflanzenschutzmittel immer exakt nach Anleitung dosieren und nicht häufiger als empfohlen anwenden. Zeitabstände zwischen Behandlungen einhalten. 

Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht:

Ist es zu kühl, trocknet der Spritzbelag langsamer an und bleibt länger auf den Pflanzenteilen. Das kann zu Schäden führen. Den gleichen Effekt kann zu hohe Luftfeuchte hervorrufen, weil der Belag dann nicht schnell genug trocknen kann. Ist es jedoch zu warm, können Bestandteile des Präparats in die Dampfphase übergehen und die Pflanzen dadurch schädigen. Die richtige Temperatur ist besonders bei Sprays von Bedeutung. 

Winterlicher Lichtmangel macht Pflanzen empfindlich, nicht nur gegenüber Sprays, sondern auch gegenüber ölhaltigen Präparaten. Auch die Vegetationsphasen sind zu beachten: Die Blüte gilt immer als sensibles Stadium. Auch Maßnahmen wie Stutzen, Pinzieren oder Rückschnitt haben Einfluss auf die Verträglichkeit der Pflanzenmedizin. Der junge Austrieb ist empfindlicher als „ausgereifte“ Blätter und Triebe. 

Werden die Pflanzenschutzmittel mit dem Gießwasser verabreicht, dürfen die Pflanzen nicht ballentrocken sein. Sonst droht Überdosierung, weil die durstigen Pflanzen, um ihr Wasserdefizit zu decken, mit dem Bodenwasser zu viel Mittel aufnehmen können. 

Die Gebrauchsanleitung ist grundsätzlich Pflichtlektüre. Sie gibt nämlich auch wichtige Hinweise zur Verträglichkeit bei verschiedenen Arten und Sorten der Zierpflanzen. 

Sprays anwenden, aber richtig!

Zum Einsprühen bringt man die grünen Patienten möglichst auf den Balkon, in den Hausflur oder Garten. Ein Mindestabstand von 30 bis 50 Zentimetern zur Pflanze muss eingehalten werden. Denn der Sprühnebel aus der Dose ist so kalt, dass er Kälteschäden hervorrufen kann. Bei Pumpsprays kann das nicht passieren. Aufpassen muss man trotzdem: Die Pflanzen werden nur so lange eingesprüht, dass ein dünner, gerade noch sichtbarer Flüssigkeitsfilm auf den Pflanzen entsteht – auch an den Blattunterseiten. Nicht tropfnass sprühen! 

Müssen große Zimmerpflanzen im Wohnraum behandelt werden, sollten weder Kinder noch Lebensmittel in der Nähe sein. Alle Haustiere, vom Zierfisch samt Aquarium bis zum Ziervogel samt Käfig sollten aus dem Raum gebracht oder wenigstens sicher abgedeckt werden. Notfalls muss man sich überlegen, ob man mit Blick auf das Tierwohl lieber auf die Behandlung der Pflanze verzichtet. Es versteht sich fast von selbst, dass Räume nach Pflanzenschutzeinsatz gründlich gelüftet werden sollten. Dabei Zugluft möglichst vermeiden. 

Vorsicht Sonnenschein!

Direkt nach dem Einsprühen dürfen die Pflanzen nicht an Plätzen mit direkter Sonneneinstrahlung stehen, damit keine Bestandteile in die Dampfphase übergehen können. Tröpfchen könnten in der Sonne wie Brenngläser auf der Pflanzenoberfläche wirken. Allgemein gilt, dass Sprays bei mittleren Temperaturen und in der helleren Jahreszeit die besten Wirkungen entfalten.