Krebs, Spinnmilben und Läuse am Oleander

10.08.2017 Haus & Garten

Beim Rosenlorbeer auf Schädlinge und Krankheiten achten

Der Oleander überwintert am besten an einem hellen Standort, vor allem aber kühl. Dabei reichen beispielsweise Temperaturen bis 2 Grad Celsius vollkommen aus. Oft hat der Pflanzenfreund aber nicht so ein ideales Winterquartier für diesen herrlichen Rosenlorbeer, wie der übrigens giftige (!) Oleander auch genannt wird. Bei einem zu warmem Winterstandort, zum Beispiel in warmen Fluren oder Wintergärten, besteht die Gefahr, dass die Pflanzen von Spinnmilben, besiedelt werden. Aber auch auf Balkonen und Terrassen im Sommer sind Oleander Wirtspflanzen für Krankheiten und Schädlinge.

Krebsartige Blätter und Triebe

Der Oleanderkrebs gilt als eine der gefährlichsten Krankheiten der Pflanze. Er wird hervorgerufen von einem Bakterium der Gattung Pseudomonas. Die Artenzuordnung ist in der Literatur nicht einheitlich. So ist sie unter den Namen P. tonelliana, P. syringae pv. savastanoi, P. syringae pv nerii und P. savastanoi pv. nerii zu finden.

Die ersten Symptome werden meist nicht als solche erkannt, da die Krankheit mit braunschwarzen, hellgelb umrandeten Blattflecken beginnt. Diese wölben sich später auf und es können kleine runde, knotenartige Wucherungen entstehen An den Trieben und Stämmen zeigen sich zunächst braune Stellen, die dann aufreißen und auch Wucherungen unterschiedlicher Form und Größe mit einer blumenkohlähnlichen Oberfläche bilden. Nicht selten sterben die darüber liegenden Triebteile völlig ab. Selbst an Blütenständen sind Wucherungen möglich.

Je nach Befallgrad kann ein kräftiger Rückschnitt der befallenen Pflanzenteile die Krankheit gegebenenfalls eindämmen. Dabei müssen die Schnittwerkzeuge regelmäßig desinfiziert werden. Das Schnittgut und stark befallene Pflanzen entsorgt man in der Restmülltonne.

Gesprenkelte Blätter

Durch die Saugtätigkeit der meist an den Blattunterseiten sitzenden Gemeinen Spinnmilbe (Bohnenspinnmilbe) Tetranychus urticae bekommen die Blätter ein weißlich-gelb bis graugrün gesprenkeltes Aussehen. Im schlimmsten Fall vergilben und vertrocknen sie. Unterseits sind mit einer Lupe im feinen Gespinstüberzug die kleinen gelblichen bis braun-rötlichen Spinnmilben leicht zu finden. Die Vermehrung der Schädlinge wird durch warme und trockene Witterung begünstigt.

Die Spinnmilben durchlaufen vom Ei bis zum adulten Stadium mehrere Entwicklungsstufen. Die Entwicklungsdauer ist abhängig von der Temperatur und Luftfeuchte. Sie beträgt zum Beispiel bei 23 Grad Celsius und 70 Prozent Luftfeuchte nur fünf Tage. Bei höherer Luftfeuchte oder niedrigeren Temperaturen ist sie verzögert. So besteht bei trocken-warmer Sommerwitterung die Gefahr einer Massenvermehrung. Auch bei zu warmen Winterstandorten können sich die Spinnmilben vermehren.

Vorbeugend sind die Pflanzen optimal mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Schon bei geringem Befall sind gegen Spinnmilben an Zierpflanzen zugelassene Schutzpräparate zu verwenden.

Auffällige Läuse an den Pflanzen

Vor allem an den Triebspitzen und Blütenständen, später auch auf den Blattunterseiten ist seit einigen Jahren die gelb und schwarz gefärbte Oleanderblattlaus – Aphis nerii (gelber Körper, dunkle Fühler und Beine sowie schwarze Siphonen) – in oft größeren Kolonien zu finden. Die erwachsenen, etwa 2,5 Millimeter großen, meist ungeflügelten Blattläuse sind lebendgebärend und vermehren sich durch Jungfernzeugung (Parthenogenese). Dies führt zu einer hohen Fruchtbarkeit und kurzen Generationsfolge. Dadurch bilden sich schnell große Kolonien auf den Pflanzen. Bei Überbevölkerung bilden sich auch geflügelte Tiere aus, die auf andere Pflanzen migrieren. Durch die Saugtätigkeit an den Triebspitzenblättern verkrüppeln diese und der Wuchs wird gehemmt. Außerdem werden große Mengen Honigtau produziert. Der Honigtau und die sich darauf ansiedelnden Rußtaupilze beeinträchtigen das Wachstum und mindern den Schmuckwert der Pflanzen zusätzlich.

Bei starkem Befall kann der Einsatz von zugelassenen Insektiziden sinnvoll werden.

Pockenartige und schmierige Strukturen

Verschiedene Deckel- und Napfschildläuse sowie Schmierläuse sind an Blättern, Zweigen und am Stamm des Oleander zu finden. Dabei ist die Oleanderschildlaus Aspidiotus nerii (hederae) eine sehr verbreitete Deckelschildlaus, die auch an zahlreichen Zimmerpflanzen und Rhododendron auftreten kann. Die Läuse sind flach, weißlich, in der Mitte gelblich und nur 1 in bis 2 Millimeter groß. Sie sind hauptsächlich an den Blättern, aber auch an den Stämmen zu finden. Die Saugtätigkeit führt zu Blattaufhellungen und Blattfall.

Von der Art der Napfschildläuse kann der Oleander durch die Weiche Schildlaus Coccus hesperidum oder durch die Halbkugelige Napfschildlaus Saissetia coffeae besiedelt werden. Hier sind dann die flach-ovalen oder hochgewölbten Schilde der Tiere gut zu erkennen. Schließlich sind gelegentlich besonders in den Blattachsen auch Schmierläuse zu finden.

Bei geringem Befall kann man die Läuse mechanisch von den Pflanzen abbürsten. Will man mit einem Insektizid gegen den Befall vorgehen, empfehlen sich zugelassene ölhaltige Präparate. Bei der Innenraumbegrünung ist auch der Einsatz von Nützlingen eine Möglichkeit.

Gelbe Blätter

Wenn der Oleander gelbe Blätter bekommt und diese abwirft, ist sicher die Wurzeltätigkeit beeinträchtigt oder Wassermangel die Ursache. So kann es passieren, dass große Pflanzen in zu kleinen Gefäßen diese derart stark durchwurzelt haben, dass kaum noch Erde vorhanden ist, die Wasser speichern kann. Dunkle Pflanzkübel, die in der prallen Sonne stehen, können zu einer Überhitzung der Wurzeln führen. Wurzelschäden können auch auftreten, wenn Mineraldüngergaben auf einen trockenen Wurzelballen verabreicht wurden. Schließlich kann auch zu saure Topferde die Wurzeltätigkeit beeinträchtigen. Mit dem Vergilben und Abwerfen der Blätter im Sommer versucht sich die Pflanze bei intensiver Sonneneinstrahlung und Wassermangel oder unzureichender Wasseraufnahme durch verminderte Wurzeltätigkeit vor zu starker Verdunstung zu schützen.

Frostschäden

Der Oleander ist zwar gegenüber kühleren Temperaturen im Herbst und Winter nicht besonders empfindlich; wenn die Pflanzen im Herbst von einem geringen Nachtfrost überrascht werden, nehmen sie keinen Schaden. Kritisch wird es erst, wenn über mehrere Tage Frost herrscht und die Temperaturen bis -6 Grad Celsius oder darunter absinken. Dann kann die Pflanze erfrieren.

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