Gesunde Pflanzen im Wochenendgarten

12.04.2018 Haus & Garten

Die besondere Bedeutung integrierter Maßnahmen

Pflanzenschutz im Garten beschränkt sich nicht nur auf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. Für ein gesundes Wachstum der Pflanzen sind optimale Kulturbedingungen wie Standort und Sorten, hygienische oder mechanische Maßnahmen wichtige Bestandteile des vorbeugenden Pflanzenschutzes. Erst wenn es trotz dieser Maßnahmen und des Wirkens von Nützlingen zu einer Vermehrung von Schaderregern kommt, sollte man auf Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Gartenbereich in notwendigem Maß zurückgreifen. Dies ist besonders für einen Wochenendgarten von Bedeutung, der aufgrund seiner Entfernung zum Wohnort oder seiner Lage nicht so intensiv bewirtschaftet werden kann wie ein Hausgarten.

Gerade im Wochenendgarten beginnt der Pflanzenschutz bereits mit einer gut durchdachten und überlegten Auswahl geeigneter Pflanzen und Sorten für den jeweiligen Standort und hinsichtlich der Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen.                            

Nicht selten ist zu beobachten, dass für den jeweiligen Standort ungeeignete Pflanzen oder krankheitsanfällige Sorten verwendet werden beziehungsweise ihr hoher Pflegeaufwand nicht berücksichtigt wird. Eine zufriedenstellende Entwicklung ist dann nahezu ausgeschlossen. Solche geschwächten Pflanzen werden bevorzugt von verschiedenen Schadorganismen befallen, während an einem optimalen Standort gedeihende Pflanzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen viel widerstandsfähiger sind. Daneben sind weitere vorbeugende Maßnahmen wie gute Bodenpflege und das Versorgen mit Humus, ausgeglichenes Düngen und optimales Bewässern für ein gesundes Pflanzenwachstum ebenso bedeutsam wie die termingerechten, pflanzenbaulich erforderlichen Pflegemaßnahmen, beispielsweise ein sachgemäßer Obstbaumschnitt oder das Ausgeizen von Stabtomaten.

Unter den Bedingungen, dass der Garten nicht täglich besucht werden kann, hat es sich besonders bewährt, die Pflanzen und insbesondere Obst- und Ziergehölze zu mulchen. Mit dieser Bodenbedeckung durch halbreifen Kompost, Häckselmaterial verschiedener organischer Gartenreste, Rasenschnitt, Stroh oder Ähnliches wird das Bodenleben gefördert. Es werden die Verhältnisse eines normalen Mischwaldes, in dem eine Rotteschicht aus abgefallenen Blättern oder Nadeln vorhanden ist und durch Mikroorganismen abgebaut wird, nachgestaltet. Hierdurch werden wieder Nährstoffe für die Pflanzen freigesetzt. Zuvor ist aber mit einer zusätzlichen Stickstoffgabe die Lebenstätigkeit der Mikroorganismen im Boden anzuregen. Das Mulchen hat zudem noch weitere Vorteile wie den Schutz des Bodens vor Verdunstung und Austrocknung bei direkter Bestrahlung oder Wind.

Des Weiteren werden eine Verschlämmung und die Erosion durch starke Regenfälle vermieden sowie starke Temperaturschwankungen ausgeglichen. Durch eine Mulchschicht werden auch Samenwildkräuter, die zum Unkraut geworden sind, ausgenommen hartnäckige Wurzelkräuter, unterdrückt. Die Mulchschicht bietet zudem Deckung für eine Reihe nützlicher Insekten. Damit zu rechnen ist aber auch, dass sich bei einer zu dicken Mulchschicht, beispielsweise mit Stroh, gerne Feldmäuse einnisten. Bei einer zu dicken Mulchschicht aus unverrottetem Laub, Grasschnitt oder Borke besteht auch die Gefahr, dass das Regenwasser nicht ausreichend an die Wurzeln der Pflanzen gelangt und der gewünschte Effekt nicht erreicht wird.

Zum Düngen hat es sich bewährt, sogenannte Langzeitdünger anzuwenden. Das sind perlförmige Kügelchen mit einer Harzumhüllung, die nur so viele Nährstoffe freisetzen, wie von den Pflanzen verbraucht werden. Die Abgabemenge ist temperatur- und feuchteabhängig. Die Nährstoffabgabe verläuft deshalb weitgehend parallel zum Wachstum und damit entsprechend dem Bedarf der Pflanzen. Durch die Umhüllung und kontrollierte Nährstoffabgabe kommt es nicht zu einem Auswaschen des Düngers. Den Ernährungsansprüchen entsprechend sind unterschiedliche Nährstoffkombinationen für verschiedene Pflanzengruppen, wie zum Beispiel für Rosen, Erdbeeren, Tomaten, Stauden, Ziergehölze, Beet- und Balkonpflanzen, mit vier, sechs oder acht Monaten Wirkungsdauer zusammengestellt worden.

Trotz Beachten aller vorbeugenden Maßnahmen können bestimmte Schaderreger an einzelnen Pflanzenarten auftreten. Wie damit umzugehen ist, hängt unter anderem von den persönlichen Ansprüchen an den zu erwartenden Ertrag ab. Da der Wochenendgarten in der Regel nur extensiv bewirtschaftet werden kann, kann man einen geringen Befall von Schädlingen oder Krankheiten tolerieren. In diesem Fall reicht es aus, kranke Pflanzenteile zu entfernen und zu vernichten oder einzelne Schädlinge von den Pflanzen abzusammeln. Hierdurch wird einer schnellen Ausbreitung entgegengewirkt und der Schaden in Grenzen gehalten. Für einige Kulturen sind dazu auch Schädlingsschutznetze, Pheromonfallen oder Gelbtafeln hilfreich.

Trotzdem steht der „Wochenendgärtner“ hin und wieder vor der Notwendigkeit, Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln durchzuführen. Bevor man sich für deren Einsatz entscheidet, muss die Ursache des Schadens eindeutig geklärt sein, um gegen den Schaderreger gezielt vorgehen zu können. Hierzu kann man die verschiedenen Beratungsmöglichkeiten der amtlichen Pflanzenschutzdienste, Gartenakademien oder Pflanzenschutzmittel -Hersteller nutzen. Ein besonderer Fall ist das Vermindern von Schneckenbefall. Hier reicht ein Absammeln am Wochenende meist nicht aus, um den Befall für eine Woche nachhaltig zurückzudrängen. Erfolgreich ist man unter diesen Umständen nur durch das Auslegen von Schneckenkorn-Präparaten.

Für eine sinnvolle Bewirtschaftung eines Wochenendgartens ist es lohnenswert, sich mit den Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes näher vertraut zu machen.