Der Feldahorn ist der Baum des Jahres 2015

01.12.2014 Haus & Garten

Der zierlichen und gefährdeten Baumart steht eine Karriere in der Stadt bevor

Im Oktober wurde der Feldahorn (Acer campestre) zum „Baum des Jahres 2015“ gekürt. Der etwas unscheinbare, kleine Baum ist äußerst robust, und seine Herbstfärbung ist eine Augenweide. Besonders im städtischen Grün ist der Feldahorn eine Bereicherung. Die Ehrung soll den Feldahorn ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken, denn der Feldahorn braucht Unterstützung: In einem Bundesprojekt zur Erfassung und Förderung seltener Baumarten wurden 2013 nur 1,3 Millionen Feldahorne gefunden. Der Großteil der Wildvorkommen ist so klein, dass sie als nicht überlebensfähig eingestuft werden. Wer einen Baum pflanzen möchte, sollte sich den Feldahorn einmal ansehen.

Charakteristika des Feldahorns

Wie alle Ahorne zählt auch der Feldahorn zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Die zierliche Art ist ursprünglich in Mittel- und Südeuropa beheimatet. Seit den Eiszeiten hat sie sich allmählich bis in unsere Breiten vorgearbeitet. Zusätzlich hat der Mensch die Bäume angepflanzt und damit zur Verbreitung beigetragen. Der Feldahorn bevorzugt sommerwarme Standorte, toleriert hohe Trockenheit und kann im Winter bis zu minus 30 Grad Celsius vertragen. Ein Baum wird höchstens 200 Jahre alt.

Im Wald wächst er heute oft nur an Rändern oder unter lichten Altbäumen. Ideale Bedingungen findet er in Gebüschen und Hecken außerhalb des Waldes. Der Feldahorn wächst langsamer als viele andere Baumarten und bleibt mit einer Höhe von unter 20 Metern relativ klein. Meistens wächst er mehrstämmig, daher ähnelt er eher einem Strauch. Dicke Feldahorne erreichen einen Stammdurchmesser von 70 Zentimetern und damit einen Stammumfang von über zwei Meter. Bis weit in den November hinein erstrahlen die Blätter in Gold-Gelb und Rot.

Kleiner Baum ganz groß – vielseitige Nutzung des Feldahorns

Dank seiner geringen Höhe von 15 bis 20 Metern eignet sich der Feldahorn bestens für die Stadtbegrünung, wo oft nur wenig Platz zur Verfügung steht. Außerdem ist er extrem hart im Nehmen, da er salz-, immissions- und ozontolerant ist. Hitze, Trockenheit und Bodenverdichtung verträgt er ohne Probleme. Selbst als Kübelpflanze für Fußgängerzonen und Dachgärten macht er sich gut. In der Holzverarbeitung wird sein hartes, oft rötlich gemasertes Holz für Drechsler- und Schnitzarbeiten verwendet. Es ist allerdings schwer erhältlich und daher teuer.

Die Blätter dienten früher regional auch als Viehfutter. Dazu wurden sie im Frühsommer mit den Zweigen vom Baum geschlagen und getrocknet als Laubheu oder frisch vom Baum verfüttert. Wie Sauerkraut eingestampft und vergoren gelangten die Ahornblätter auch auf den menschlichen Speiseplan.

Zur Wahl „Baum des Jahres“

Bereits seit 1989 wird der Baum des Jahres gewählt. Die Auswahl trifft die gleichnamige Stiftung und ein Kuratorium aus Fachleuten, Verbänden und Wissenschaftlern. Die Auszeichnung soll Bäumen, die nur wenig Beachtung finden oder sogar gefährdet sind, mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden lassen. Die Internetseite der Stiftung bietet viele Informationen zum jeweiligen Preisträger an.

Die Vorgänger der letzten Jahre: