Blauregen – sein giftiger Winterschmuck

11.01.2011 Haus & Garten

Die Hülsen des Blauregens sind nicht nur für Kinder gefährlich.

Bei Harry Potter tritt der Blauregen, auch bekannt als Glyzinie oder Wisteria, im Wisteria Walk, dem Glyzinienweg, in Erscheinung. Dort steht in der Nachbarschaft der Pflegeeltern des Titelhelden das Haus einer Hexe. Da liegt es nahe, der üppigen Blütenpracht der Kletterpflanze nicht nur mit Begeisterung sondern auch mit etwas Skepsis zu begegnen. Tatsächlich enthält die Pflanze in allen Teilen, vor allem aber in den Samen, giftige Glykoside.

Bei Berührung knallt’s

Den ganzen Winter über hängen die über 20 Zentimeter langen Hülsen an der Pflanze. Sie haben äußerst harte Schalen, die sich erst mit allmählich steigenden Temperaturen –nachdem die Samen ausgereift und dunkelbraun sind –zu öffnen beginnen. Dann genügt ein leichtes Antippen, und die Hülse öffnet sich explosionsartig mit einem lauten Knall –fast wie ein Pistolenschuss. Ein gefährlicher Spaß für Kinder, die immer wieder mal die sechs oder sieben Samen probieren, wie aus Giftnotrufzentralen berichtet wird. Ursache sind giftige Lektine, Proteine oder Glykoproteine, die beim Menschen verschiedene Stoffwechselvorgänge, wie etwa die Zellteilung oder das Immunsystem beeinflussen können. In der Praxis kommt es nach dem Verzehr mehrerer Samen oder der Hülse, zu Magen- und Darmbeschwerden, häufigem Erbrechen, Kopfschmerzen und Benommenheit. 

In der Rinde und den Wurzeln

ist das Glykosid Wistarin enthalten, das dem Gift des Goldregens ähnlich ist, aber schwächer wirkt. Wistarin beeinflusst verschiedene Bereiche des Nervensystems und wirkt über das Zentralnervensystem zuerst erregend, dann lähmend. Ein Verzehr dieser Pflanzenteile ist wenig wahrscheinlich. Anders ist es mit den Samen der Pflanze. Die Hülsen sollten für Kinder unzugänglich sein.

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