Wie gefährlich ist das Bakterium Candidatus Liberibacter solananearum im Kartoffel- und Gemüseanbau?

14.10.2014 Forschung & Technik

Bakterium schädigt bereits Möhren, Kartoffeln, Tomaten und Paprika in Europa und Übersee

In Finnland, Spanien und Frankreich hat Candidatus Liberibacter solanacearum schon Möhren befallen. In Nord- und Mittelamerika sowie Neuseeland ist das Bakterium auch in anderen Kulturen verbreitet. Dort schädigt es vor allem Nachtschattengewächse wie Kartoffeln oder Tomaten. Symptome: Die Blätter vergilben und welken, die Früchte verformen sich, und schließlich sterben die Pflanzen ab. Sollte das Bakterium nach Deutschland eingeschleppt werden, befürchten Experten große Schäden in den klassischen Gemüseanbaugebieten. Vorbeugende Maßnahmen sind das Gebot der Stunde.

Keine direkte Bekämpfung möglich

Wie das Julius Kühn-Institut (JKI) mitteilt, gibt es gegen das Bakterium selbst keine direkte Bekämpfungsmöglichkeit. Die wirksamste Gegenmaßnahme sei es, die Einschleppung des Erregers zu verhindern. Eine große Gefahr gehe vor allem vom Handel mit befallenen Pflanzkartoffeln, Sämlingen und Früchten aus. Diese müssten vernichtet werden. Ausreichend erhitzte und gekochte Früchte stellten allerdings kein Risiko dar. Zu den Überträgern des gefährlichen Bakteriums zählten Insekten wie verschiedene Blattsauger- und Blattfloharten. Wenn diese sogenannten Vektoren optimale Lebensbedingungen vorfinden, können sie den Erreger schnell verbreiten.

Das Bakterium ist bislang nicht in der europäischen Pflanzenquarantäne-Richtlinie 2000/29/EG aufgeführt. Die Einfuhr von Nachtschattengewächsen aus bekannten Befallsgebieten in die EU ist jedoch zur Zeit verboten. Falls es dem Erreger gelingt, sich in der EU zu verbreiten, rechnen die Experten des JKI mit hohen Ernteverlusten besonders in den Gewächshaus- und Tunnelkulturen Tomaten und Paprika sowie in den Kartoffel- und Möhrenanbaugebieten.

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