Braune Weizenblätter – ein Schadbild kann viele Ursachen haben

14.04.2015 Forschung & Technik

Nur wenn der Landwirt den Erreger frühzeitig erkennt, kann er ihn gezielt bekämpfen

Im Frühjahr werden Getreidebauern zu Pflanzenärzten. Es gilt die Bestände gesund zu erhalten. Viele Krankheiten können den Weizen befallen, so auch die Blattdürre. Die Blätter werden braun und sterben ab. Das Besondere daran ist, dass fünf verschiedene Pilze als Ursache in Frage kommen. Wer die ersten Infektionen und Symptome nicht erkennt und nicht umgehend (be-)handelt, muss oft schon mit erheblichen Einbußen rechnen.

Spezialkenntnisse erforderlich

„Blattdürre“ – dieser Sammelbegriff bezeichnet das Schadbild mehrerer verschiedener Pilze. Septoria tritici, Septoria nodorum, Drechslerea tritici repentis, Microdochium nivale und Asochyta tritici verursachen jeweils Blattflecken, die zu braunen und absterbenden Blättern führen. Getreideanbauer müssen die Krankheiten möglichst früh erkennen, damit sie noch wirkungsvolle und speziell auf den Erreger zugeschnittene Pflanzenschutzmittel einsetzen können. Mit dem bloßen Auge sind Blattflecken sichtbar. Aber nur mit einer Lupe lassen sich die Fruchtkörper und Sporenträger der Pilze unterscheiden. Eine eindeutige Diagnose liefert ein Mikroskop, unter dem die markanten Sporen der verschiedenen Pilze erkennbar sind.

Nur gesunde Blätter können Körner füllen

Gut ausgebildete Landwirte kennen die idealen Infektionsbedingungen der Pilze. Für Septoria tritici ist zum Beispiel eine mindestens 36-stündige Blattbenetzung mit Tau und Regen günstig. Kurz danach ist der beste Bekämpfungstermin. Hilfestellungen bieten Prognosemodelle, die mit Hilfe von Witterungsdaten die Infektionsrisiken verschiedener Krankheiten errechnen. Besonders die oberen Blattetagen an einer Getreidepflanze müssen gesund bleiben. Nur grünes Pflanzengewebe kann Photosynthese betreiben und so energiereiche körpereigene Stoffe, die Assimilate liefern, die für das Pflanzenwachstum sowie für die Füllung der Körner nötig sind.

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