Düngemittelmarkt in Deutschland
Die ungewöhnlichen Entwicklungen auf den Agrar- und Düngemittelmärkten bestimmten auch das Geschäft
in Deutschland. Höchstpreisen folgten historische Tiefstpreise, die Absatzmengen fielen bis zum Ende
es Düngejahres am 30. Juni 2009 auf das niedrigste Niveau seit Jahrzehnten zurück. Dagegen hatte der
unspektakuläre Witterungsverlauf im Vergleich zu den Marktbewegungen keinen signifikanten Einfluss
auf die Entwicklungen.
Inzwischen hat sich der Markt wieder beruhigt, und die Absatzmengen in der laufenden Saison 2009/2010
entwickeln sich in Richtung eines durchschnittlichen Jahres, werden also Ende Juni 2010 voraussichtlich
über den Mengen des Wirtschaftsjahres 2008/2009 liegen.
Der Absatz an Stickstoffdüngern lag 2008/2009 bei insgesamt 1,55 Millionen Tonnen N. Das entspricht einem
Rückgang um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der geringsten Absatzmenge seit über 35 Jahren. Die
Absatzmenge bei P2O5 fiel auf den Tiefststand seit
Ende des Zweiten Weltkriegs: Nach den niedrigen Absatzmengen
der jüngeren Vergangenheit war nicht erwartet worden, dass sich die Absatzmenge mit einem Rückgang um 45
Prozent auf nunmehr 174.345 Tonnen erneut fast halbieren würde. Die größten Phosphatmengen gingen über
Mehrnährstoffdünger (NP-Dünger und NPK-Dünger) an die Landwirtschaft.
Beim Absatz von Kalidüngern war der Einbruch am dramatischsten. Er ging um 65 Prozent auf 179.171 Tonnen K2O
zurück. Kaliumchlorid war mit einem Anteil von 46 Prozent beteiligt, auf Kaliumsulfat entfielen 12 Prozent.
Mineraldüngerabsatz in Deutschland
Stickstoff (N)
Im Düngejahr 2008/2009 wurden insgesamt 1,55 Millionen Tonnen N abgesetzt. Mit 40 Prozent nahm die Sorte
Kalkammonsalpeter den größten Anteil ein, trotz eines Rückgangs um 23 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichnete
der Absatz von Harnstoff einen Zuwachs von 42 Prozent und erreichte damit einen Anteil von 27 Prozent am Gesamtabsatz.
Phosphat (P2O5)
Ausgehend vom niedrigsten Stand der jüngeren Vergangenheit hat der Absatz von Phosphatdüngern sich erneut um 45
Prozent auf nunmehr 174.345 Tonnen P2O5 fast halbiert. Die größten Phosphatmengen gingen über Mehrnährstoffdünger
(NP-Dünger und NPK-Dünger) an die Landwirtschaft.
Kali (K2O)
Der Absatz von Kalidüngern brach am dramatischsten ein. Er ging um 65 Prozent auf 179.171 Tonnen K2O zurück.
Kalk (CaO)
Relativ unverändert blieb im Düngejahr 2008/2009 der Absatz von Düngekalk. Mit einer Zunahme um 1 Prozent
erreichte er 2,24 Millionen Tonnen CaO.
70 Prozent davon entfielen auf die wichtigste Sorte, den „kohlensauren Kalk“.
Der weltweite Düngemittelmarkt
Außergewöhnlich war das Jahr 2008 für die Agrar- und Düngemittelmärkte der Welt: Ungekannte Höhenflüge
riefen einerseits Euphorie hervor, andererseits prägten Schlagworte wie „Nahrungsmittelkrise“ die Diskussion.
Ganz anders im Jahr 2009: Da sahen sich insbesondere die Düngemittelmärkte mit einer Umkehr hin zum anderen
Extrem konfrontiert. Die Unsicherheit über die Folgen der in der zweiten Hälfte 2008 einsetzenden Finanzkrise
ließ die Preise für landwirtschaftliche Produkte mit Beginn des Jahres 2009 massiv einbrechen.
Das Düngemittelgeschäft kam vorübergehend zum Stillstand. Inzwischen haben sich die Märkte zwar wieder stabilisiert,
und die weltweite Nachfrage hat wieder eingesetzt. Dennoch hält die Unsicherheit der Marktteilnehmer an. Regional
unterschiedliche Entwicklungen und Schwankungen lassen keine verlässliche Trendaussage für die nahe Zukunft zu.
Der Boom auf dem globalen Düngemittelmarkt im Jahr 2008 führte verstärkt durch die hohen Agrarpreise und das
Kaufverhalten vieler asiatischer Regierungen zu einer Nährstoffnachfrage von insgesamt 168,7 Millionen Tonnen, entsprechend
einer Zunahme um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.