Der Pflanzenschutzmarkt in Deutschland
Die deutsche Pflanzenschutz-Industrie blieb 2009 nicht von den Auswirkungen der weltweiten Rezession verschont.
Die Einbußen waren allerdings nicht so gravierend wie in vielen anderen Industriebereichen. Die Mitgliedsfirmen des
Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) erzielten einen Nettoinlandsumsatz von 1,262 Milliarden Euro. Dies entspricht einem
Rückgang von 8,4 Prozent gegenüber 2008 im Direktgeschäft zwischen Industrie und Großhandel.
Der Start in das Jahr 2009 verlief noch recht vielversprechend. Die Kulturen waren trotz eines strengen Winters 2008
gut in das Frühjahr 2009 gekommen, und es hatte relativ wenige Umbrüche gegeben. Ein kalter März führte zu einem späten
Vegetationsbeginn. Unterdurchschnittlich fielen die Niederschläge in den ersten vier Monaten des Jahres aus. In der
Landwirtschaft ließ sich ein sparsamer Betriebsmitteleinsatz beobachten. Entsprechend zurückhaltend verhielt sich der
Landhandel beim Einkauf. Trotz des späten Vegetationsbeginns waren die Erträge bei Getreide und Raps überdurchschnittlich
hoch. Nach der Herbstaussaat dagegen ließ die lange Trockenperiode nur eine unterdurchschnittliche Entwicklung der Kulturen
zu. Der ersten Kälteperiode Ende Oktober und dem verstärkten Regen folgte ein extremer Geschäftsrückgang.
![Entwicklung des deutschen Pflanzenschutzmarktes [Nettoinlandsumsatz in Millionen Euro] Entwicklung des deutschen Pflanzenschutzmarktes [Nettoinlandsumsatz in Millionen Euro]](images/PS/IVA_PS_Markt_D.jpg) |
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Die Exporterlöse der IVA-Mitglieder fielen im Jahr 2009 um 1,3 Prozent auf 2,975 Milliarden Euro (2008: 3,014 Mrd. Euro).
Der Gesamtumsatz fiel gegenüber dem Vorjahr (4,391 Mrd. Euro) um 3,5 Prozent auf 4,237 Milliarden Euro.
Produktion von Pflanzenschutz-Wirkstoffen in Deutschland
2009 wurden in Deutschland 95.433 Tonnen Pflanzenschutz-Wirkstoffe produziert. Das entspricht einem Rückgang um 17,6
Prozent gegenüber 2008. Der Wirkstoffexport der IVA-Mitgliedsfirmen erreichte mit 100.843 Tonnen 7,4 Prozent weniger als
im Vorjahr.
Der Weltmarkt für Pflanzenschutzmittel
Der vorläufig geschätzte Weltpflanzenschutzmarkt ist gegenüber dem Jahr 2008 um 9,6 Prozent auf 37,7
Milliarden Dollar gefallen. Auf Euro-Basis ergibt sich ein Rückgang um 4,6 Prozent auf jetzt 27,1 Milliarden Euro.
Die Anteile am Weltpflanzenschutzmarkt betragen für Westeuropa (EU 27) 27 Prozent, für Osteuropa 3 Prozent, für die
USA, Kanada und Mexiko (NAFTA) 21 Prozent, für Asien/Ozeanien 25 Prozent, für Afrika/Mittlerer Osten 4 Prozent und
für Lateinamerika 20 Prozent.