Gartenarbeit – ob beim Eigenheim oder im Kleingarten – gehört in Deutschland nach wie vor zu
den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Zimmerpflanzen sind ebenfalls ausgesprochen populär,
da sie nicht nur für eine wohnliche Atmosphäre sorgen, sondern auch gestalterische Akzente setzen
und das Raumklima verbessern.
Gärten sollen schön und auch nützlich sein. Zimmerpflanzen sollen Räume mit saftigem Grün und
prachtvollen Blüten schmücken. Moderne Pflanzenschutzmittel helfen dabei. Sie geben den Pflanzen
einen wirksamen Schutz gegen Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter.
Spezielle Sicherheitsstandards für Hobbygärtner
Pflanzenschutzmittel für Haus und Garten müssen besondere Eignungskriterien erfüllen, die im
Pflanzenschutzgesetz festgelegt sind. Diese
Gesetzesbestimmungen regeln nicht nur die Anforderungen an die Wirksamkeit, sondern
legen auch Standards für Gebrauchsanleitungen, Dosiersysteme, Handhabung, Verpackungsart und
Verpackungsgrößen fest. Die Zulassungsbehörden überprüfen dabei in jedem Einzelfall, ob ein
Produkt diesen spezifischen Anforderungen gerecht wird.
Für die Ausbringung im Garten sind beispielsweise nur Mittel zugelassen, die Regenwürmern nichts
anhaben können. Auch Bienen und andere Nützlinge sollen nach Möglichkeit nicht geschädigt werden.
Für den Hobbygärtner soll größtmögliche Anwendungssicherheit gewährleistet werden. So sorgen
beispielsweise spezielle Dosiersysteme dafür, dass man beim Ausbringen des Wirkstoffes nicht
mit der Substanz in Berührung kommt.
Trockene Witterungsbedingungen prägten den Markt für biologische und chemische Produkte in Haus und
Garten in 2009. Pilze, Insekten und Schnecken traten in geringerem Ausmaß auf. 2009 erzielte der
Bereich Haus und Garten (einschließlich Balkon und Terrasse) einen Umsatz von 95,6 Millionen Euro.
Das bedeutet einen Rückgang um rund 13 Prozent gegenüber 111,4 Millionen Euro im Vorjahr.
Mehr Unkrautbekämpfung und Ameisen
– weniger Krankheiten, Schädlinge und Schnecken
Gezielt wirksame Herbizide, die zunehmend auch als anwendungsfertige Sprühmittel im Angebot sind, wurden 2009
verstärkt nachgefragt. Der Anteil an Herbiziden auf Basis von Fettsäuren hat weiter zugenommen. Insgesamt ist
hier der Umsatz auf 24,7 Millionen Euro gestiegen (Vorjahr: 19,3 Millionen Euro).
Die Ausgaben für Insektizide gingen aufgrund des deutlich niedrigeren Schädlingsdrucks auf jetzt 17,4 Millionen
Euro gegenüber 25 Millionen Euro im Vorjahr zurück.
Aufgrund des trockenen Sommers waren weniger Behandlungen gegen pilzliche Erkrankungen wie Mehltau, Rost und
Sternrußtau notwendig. Insgesamt fiel der Umsatz mit Fungiziden von 9,9 Millionen auf jetzt 5,7 Millionen
Euro. Auch der Abbau von Lagerbeständen im Handel hat zum Verkaufsrückgang beigetragen. Bei den Haushaltsinsektiziden
ist ein Umsatzrückgang auf 25,2 Millionen Euro zu verzeichnen (Vorjahr: 28 Millionen Euro).
Fliegende und kriechende Insekten wie Kleidermotten, Pelzkäfer, Schaben und Kellerasseln traten 2009 in geringerem
Umfang auf. Ameisen spielten aufgrund der warmen und trockenen Witterung eine größere Rolle, sodass der Umsatz bei
Ameisenmitteln auf 10,6 Millionen Euro stieg. Der Umsatz mit Ratten-, Mäuse- und Wühlmausmitteln fiel von 10,6
Millionen auf jetzt 7,6 Millionen Euro. Hauptursache ist der drastische Rückgang der Mäuse-Population in 2009.
Bei Molluskiziden sank der Umsatz auf 8,8 Millionen Euro gegenüber 12,7 Millionen Euro im Vorjahr. Hier führte
insbesondere die Trockenheit im Frühjahr dazu, dass die Nacktschnecken 2009 ungünstige Lebensbedingungen vorfanden.
Gegenüber dem extremen Schneckenbefall der Jahre 2007 und 2008 richteten sie daher an Kohlpflanzen und Salat
weniger Schaden an.
Bewährte Strukturen erhalten
Bei der Umsetzung der neuen EU-Zulassungsverordnung ist darauf zu achten, dass die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln für den
Bereich Haus und Garten nicht noch weiter eingeschränkt wird.
Der Hobbygärtner muss auch in Zukunft bewährte Produkte gezielt und sicher einsetzen können. Eine weitere Beschränkung von Wirkstoffen
und Produkten für den Bereich Haus und Garten wäre weder sinnvoll noch gerechtfertigt.
Maßnahmen wie Verkäufersachkunde, Selbstbedienungsverbot, Beratung und Aufklärung gewährleisten ein hohes Schutzniveau. Der IVA setzt
sich deshalb dafür ein, dass Hersteller und Handel im Rahmen freiwilliger Selbstverpflichtungen die Schulung der Verkäufer und die
Anwenderinformation weiter verbessern.