Der Düngemittelmarkt – Teil einer globalen Wachstumsbranche
Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts wollen weltweit rund neun Milliarden Menschen ernährt werden. Während die Weltbevölkerung weiter zunimmt, kann das Ackerland kaum noch erweitert werden. Deshalb muss die Produktion der bereits genutzten Flächen deutlich gesteigert werden – und das innerhalb recht kurzer Zeit. Dazu leistet die Düngemittelindustrie einen wertvollen Beitrag. Obwohl auch diese Branche nicht von den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise verschont blieb, blickt sie dank steigender Nachfrage positiv in die Zukunft. Auch wenn die Marktentwicklung kurzfristigen Schwankungen unterliegt, zählt die Düngemittelindustrie zu einer der wichtigsten globalen Wachstumsbranchen.
Die Düngemittelindustrie in Deutschland
Die Stabilisierung des Düngemittelmarkts setzt sich durch weiter wachsende Nachfrage fort. Der Verbrauch von Mineraldüngern nimmt weltweit wieder zu. Auch in Deutschland steigt der Absatz.
Im Jahr 2010 belief sich der Jahresumsatz der deutschen Düngemittel-Hersteller auf 2,559 Milliarden Euro.
Im Düngejahr 2009/2010 (Juli - Juni) stieg der Nähstoffabsatz teils deutlich an. Bei Stickstoff gab es ein leichtes Plus von 1,2 Prozent (1,57 Mio. Tonnen), während der Phosphatabsatz um 34,9 Prozent auf 235.000 Tonnen und der Kaliabsatz nach zuvor dramatischen Einbrüchen um 102,5 Prozent auf 363.000 Tonnen wesentlich stärker zunahmen.
Auch im laufenden Düngejahr 2010/2011 kann von insgesamt weiter steigenden Absätzen ausgegangen werden.
Entsprechend der Absatz- und Preisentwicklung hat sich auch der Umsatz positiv entwickelt und sich im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent auf 2,559 Milliarden Euro erhöht. Insbesondere der Inlandsumsatz profitierte von der wieder gestiegenen Nachfrage und legte um über 90 Prozent zu (1,124 Mrd. Euro). Der Exportumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf 1,436 Milliarden Euro.
Der weltweite Düngemittelmarkt
Während die erste Hälfte des Jahres 2009 durch Stillstand und Abwarten auf den Märkten geprägt war, setzte mit dem neuen Düngejahr ab Juli eine Stabilisierungsphase ein, die für die nächsten zwölf Monate bestimmend blieb.
Mitgezogen von den Entwicklungen auf den Märkten für wichtige Agrarprodukte wie Getreide oder Soja, aber auch für Rohöl, zeigte sich auf den Düngemittelmärkten eine stetig zunehmende Nachfrage. Insgesamt wird der Düngemittelabsatz für die drei Hauptnährstoffe für 2009/2010 auf 163,7 Millionen Tonnen geschätzt. Dies entspricht einer Zunahme um 5,2 Prozent. Das Niveau des Rekordjahres 2007/2008 mit 167,9 Millionen Tonnen ist damit aber noch nicht wieder erreicht.
Mit Blick auf die einzelnen Nährstoffe kann man feststellen, dass der Absatz bei Stickstoff um 4,1 Prozent gestiegen ist und damit der vorherige Rückgang ausgeglichen wurde. Bei Phosphat wurden die Rekordmengen trotz erheblicher Erholung von plus 11,5 Prozent noch nicht wieder erreicht. Bei Kali setzte das Nachfragewachstum erst um die Mitte des Jahres 2010 ein. Die Wachstumsimpulse kamen insbesondere aus Nordamerika und Asien.


