Die Pflanzenschutzindustrie: Mit Kompetenz an die Spitze

Im Industrieverband Agrar e. V. (IVA) sind 44 Hersteller von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln zusammengeschlossen (Stand: Dezember 2012). Ihre Produkte und Verfahren kommen weltweit in der Landwirtschaft zum Einsatz. Im Jahr 2011 erzielten die Mitgliedsunternehmen des IVA einen Nettoinlandsumsatz von 1,291 Milliarden Euro. Damit nimmt die deutsche Pflanzenschutzindustrie international eine Spitzenposition ein. Gemeinsam mit der Schweiz ist Deutschland ein globales Kompetenzzentrum für Pflanzenschutz. Die forschenden Hersteller investieren durchschnittlich mehrere Hundert Millionen Euro in Forschung, Entwicklung und Zulassung neuer Wirkstoffe und Pflanzenschutzmittel. Die Einhaltung strenger gesetzlicher Vorgaben bei der Zulassung gewährleistet dabei ein hohes Schutzniveau für Mensch und Umwelt.

Was bedeutet Pflanzenschutz?

Der Begriff Pflanzenschutz bezeichnet Maßnahmen zum Schutz von Pflanzen vor Schädlingen, Pflanzenkrankheiten und Unkrautkonkurrenz. Landwirte, Gärtnereien und Gartenbaubetriebe, aber auch Hobbygärtner setzen Pflanzenschutzmittel zum Schutz ihrer Kulturpflanzen ein. Die Mittel werden nach ihren Anwendungsbereichen verschiedenen Produktgruppen zugeordnet. Zum Beispiel dienen Herbizide der Bekämpfung von Unkraut, Fungizide helfen gegen Pilzkrankheiten. Insektizide schützen vor Insekten – gegen Schnecken wirken Molluskizide, gegen Milben Akarizide und gegen Mäuse und Ratten Rodentizide.Pflanzenschutz im Weinbau

Pflanzenschutzmittel – Pestizide – Biozide: Wo liegt der Unterschied?

Pflanzenschutzmittel dienen, wie der Name sagt, dem Schutz von Pflanzen vor Schädlingen. Der dafür häufig auch verwendete Begriff Pestizide geht aber weit darüber hinaus: Man versteht darunter alle Produkte, die dazu bestimmt sind, Schadorganismen auf chemischem oder biologischem Wege zu bekämpfen. Neben den Pflanzenschutzmitteln ist dies die große Gruppe der Biozide. Dazu gehören zum Beispiel Desinfektions-, Holzschutz- oder Konservierungsmittel, aber auch Insektizide wie Mückensprays oder Köder gegen Ratten und Hausmäuse. Der Hauptunterschied zu den Pflanzenschutzmitteln besteht darin, dass Biozide in erster Linie der Hygiene dienen, denn Stechmücken, Ratten und Mäuse können gefährliche Krankheiten übertragen. Die Wirkstoffe in Pflanzenschutz- und Biozidprodukten sind oft identisch. Deshalb bieten zahlreiche, zumeist mittelständische Mitgliedsunternehmen des IVA traditionell Problemlösungen für beide Bereiche an.

Internationaler Branchenprimus – Die Pflanzenschutzindustrie in Deutschland

Die Agrarforschung nahm ihre Anfänge in Deutschland. Die ersten chemischen Pflanzenschutzmittel wurden in Deutschland bereits 1892 entwickelt. Mit Beginn der industrialisierten Landwirtschaft in Europa und den USA kam der Durchbruch chemischer Pflanzenschutzmittel. Seitdem sind sie weltweit im Einsatz. Der Weltmarkt für Pflanzenschutzmittel umfasste 2011 rund 34 Milliarden Euro. Deutschland belegt mit einem Anteil von knapp zehn Prozent international einen Spitzenplatz.

Hoher Einsatz für Innovation

Bevor ein neuer Wirkstoff zur Marktreife gelangt, vergehen im Durchschnitt rund zehn Jahre. Die Kosten für die Entwicklung eines neuen Produkts belaufen sich auf rund 200 Millionen Euro. Steigende Kosten für die Erforschung und Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel haben dazu geführt, dass heute weltweit nur noch sechs IVA-Mitgliedsunternehmen auf diesem Gebiet tätig sind. Zwei davon, BASF und Bayer CropScience, sind an deutschen Standorten vertreten. Mit Syngenta ist ein weiteres Unternehmen in der Schweiz ansässig. Zusammen mit Monsanto, DuPont und Dow erwirtschaften sie 80 Prozent des globalen Pflanzenschutzmittel-Umsatzes. Ziel der Forschung ist neben der Entwicklung wirksamerer Pflanzenschutzmittel vor allem die Minimierung unerwünschter Nebenwirkungen.

Pflanzenschutz: Umsatz weltweiter Konzerne in Millionen US-Dollar

 

 

 

 

 

 

  
 

 

Strenge gesetzliche Vorgaben gewährleisten ein hohes Schutzniveau für Mensch und Umwelt

Alle Pflanzenschutzmittel benötigen eine amtliche Zulassung, bevor sie auf den Markt gebracht werden können. Sie müssen unbedenklich für Mensch und Tier und ohne unvertretbare Belastungen für die Umwelt angewandt werden können. Um die Sicherheit der Produkte weiter zu erhöhen, sind die Anforderungen für die Zulassung ständig gestiegen. Spätestens nach zehn Jahren wird erneut überprüft, ob ein Produkt und sein Wirkstoff noch den Anforderungen entsprechen, die man nach neuestem Stand der Wissenschaft an ein sicheres und umweltverträgliches Pflanzenschutzmittel stellt.